Das Görbelmoos im Besitz der Gemeinde Gilching ist ein besonders wertvoller und empfindlicher Lebensraum. Es entstand nach der letzten Eiszeit in einem sogenannten Toteiskessel und ist heute als Naturschutzgebiet sowie Bestandteil des Natura-2000-Netzwerks ausgewiesen. Seltene Tier- und Pflanzenarten finden hier ideale Bedingungen – vorausgesetzt, die offenen Moorflächen bleiben erhalten.
In den vergangenen Jahren drohte das Moos jedoch zunehmend zu verbuschen: Vor allem junge Birken und Fichten breiten sich aus und würden langfristig zur Verwaldung führen. Um diese natürliche Waldentwicklung (Sukzession) zu stoppen und den offenen Charakter des Moores zu sichern, startet die Kreisgruppe Starnberg des Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) ab November 2025 eine dreijährige Entbuschungsaktion.
Auf einer Gesamtfläche von 4,6 Hektar wird der Aufwuchs schrittweise händisch entfernt. Pro Jahr wird etwa ein Drittel der Fläche entkusselt. Kleinere Gehölze werden mit der Astschere zurückgeschnitten, größere Bäume mit der Motorsäge gefällt. Das Schnittgut wird schonend aus dem Moor herausgetragen und außerhalb der Fläche gesammelt. Durch diese Arbeitsweise bleibt die empfindliche Moorstruktur bestmöglich geschont.
Die Maßnahmen dienen dem Schutz typischer Hochmoorvegetation wie Rosmarinheide, Wollgras, Torfmoosen und Sonnentau. Gleichzeitig werden moortypische Insektenarten, darunter seltene Schmetterlinge wie der Moosbeerenspanner und die Moor-Bunteule, in ihrem Lebensraum unterstützt. So wird das Görbelmoos langfristig als offener, artenreicher Lebensraum erhalten.
Auftraggeber der Maßnahme ist die Gemeinde Gilching. Fachlich begleitet wird das Projekt vom Botaniker Burkhard Quinger sowie von Petra Gansneder vom Landratsamt Starnberg.






